Donnerstag, 24. September 2026
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Stayery eröffnet erstes Haus in der Schweiz – Startpunkt Basel SBB

Stayery plant sein erstes Haus in der Schweiz am Bahnhof Basel SBB. Zürich, Wien, Innsbruck und Salzburg stehen bereits als nächste Zielstädte fest.

Halbmöbliertes Apartment im Rohbauzustand nahe Basel SBB, Arbeiter prüft Montageliste, Nachmittagslicht
Symbolbild · KI-generiert

Stayery baut sein erstes Schweizer Haus am Bahnhof Basel SBB. Das meldet die ahgz am 26. August 2026. Der Berliner Serviced-Apartment-Anbieter war bislang nur in Deutschland aktiv und trifft in der Deutschschweiz auf etablierte Player wie Visionapartments und Stay Kooook.

Serviced Apartments sind moeblierte Wohneinheiten mit Hotel-Elementen wie Reinigung oder Rezeption, die vor allem laengere Aufenthalte adressieren. In diesem Segment zwischen klassischem Hotel und Mietwohnung will Stayery Fuss fassen.

Was in Basel geplant ist, was noch offen bleibt

Der belegte Kern der Meldung ist schmal: erstes Schweizer Projekt der Marke, Lage am Bahnhof SBB, eine Visualisierung liegt vor. Die ahgz-Meldung steht hinter einer Bezahlschranke. Apartmentzahl, Eroeffnungstermin und Immobilienpartner liessen sich in frei zugaenglichen Quellen nicht gegenpruefen.

Basel steht bei Stayery nicht zufaellig am Anfang. Auf der eigenen Standortseite fuehrt das Unternehmen neben Basel auch Zurich, Vienna, Innsbruck und Salzburg als Zielstaedte. Fuer sein Expansionsteam sucht Stayery laut Stellenausschreibung Verstaerkung, ausdruecklich fuer den „naechsten Top-Standort in Oesterreich und der Schweiz“. Der Schritt ueber die Grenze ist strategisch angelegt.

Zur Groessenordnung gibt der Basel-Standort nichts her. Die juengsten Stayery-Projekte in Deutschland liefern eine Bandbreite: 79 Einheiten in Bonn, 137 in Karlsruhe, 198 am Berliner Ku’damm. Belastbar ableiten laesst sich daraus fuer Basel nichts.

Wer Stayery ist: Wachstum aus Berlin, finanziert ueber einen Fonds

Hinter der Marke steht die BD Apartment GmbH mit Sitz in Berlin, gegruendet von Hannibal DuMont-Schuette und Robert Grueschow. Stayery startete ab Maerz 2019. Im Fruehjahr 2024 folgte laut Apartmentservice das achte Haus in Guetersloh. Nach der aktuellen Pipeline soll das deutsche Portfolio auf rund 1.700 Serviced Apartments wachsen, wie die ECE Projektmanagement im Februar 2025 mitteilte. Groesster Einzelstandort ist das Projekt am Berliner Ostkreuz mit 255 Einheiten, Eroeffnung in der ersten Jahreshaelfte 2027.

Im November 2025 skizzierte DuMont-Schuette gegenueber Hogapage einen Strategiewechsel: Stayery tritt an ausgewaehlten Standorten nicht mehr nur als Mieter auf, sondern realisiert eigene Bestandskonversionen.

„Am Standort Bonn zeigen wir, wie wir ein Projekt von Anfang an mitgestalten und nicht nur als Mieter auftreten. Das ist ein entscheidender Schritt in unserer Expansion, der uns weitere Wachstumswege eroeffnet“, so DuMont-Schuette laut Hogapage.

Kapitalseitig stuetzt sich das Wachstum auf eine Partnerschaft. Der Value-Add-Fonds CBRE Europe Value Partners 2 kooperiert laut Stayery-Pressebereich mit CR Investment Management, die mit Stayery an einer Serviced-Apartment-Entwicklungsstrategie arbeiten. Ob Basel in dieses Fondsmodell faellt, ist offen.

Der Deutschschweizer Extended-Stay-Markt ist umkaempft

Stayery trifft auf ein Segment, das noch als Nische gilt, aber wachsen soll. Anett Gregorius, Gruenderin von Apartmentservice, sieht laut tophotel.de „ein spuerbares Wachstum“. Daniel Beerli von HotellerieSuisse, dort zustaendig fuer die Klassifikation, ordnete das Segment gegenueber htr.ch ebenfalls als kleine, aber steigende Groesse ein. Der Verband schuf bereits 2019 eine eigene Klassifikation fuer Serviced Apartments.

Die Konkurrenz sitzt fest im Sattel. Marktfuehrer ist laut Apartmentservice der Schweizer Anbieter Visionapartments mit ueber 600 Apartments allein in Zuerich. Direktester Wettbewerber duerfte Stay Kooook der SV Group sein, die in Bern und Genf am Markt ist, in Genf mit 84 Studios und Familienapartments an der Rue de la Servette. Hinzu kommen Adagio und Fraser sowie der Markteintritt der Radisson Hotel Group in Opfikon. Als Standorte mit ausgepraegter Serviced-Apartment-Praesenz nennt tophotel.de Zuerich, Basel, Genf und die Genferseeregion.

Was das fuer die Branche heisst

Fuer Deutschschweizer Hoteliers und Extended-Stay-Betreiber aendert der Stayery-Eintritt vor allem eines: Der Preis- und Belegungsdruck rund um den Bahnhof Basel SBB nimmt zu. Serviced Apartments zielen auf Geschaeftsreisende mit Aufenthalten von mehreren Naechten bis mehreren Wochen. Genau um diese margenstarken Gaeste kaempft auch die klassische Business-Hotellerie in Basel. Das Thema Marktanteile gegenueber der klassischen Hotellerie hatte DuMont-Schuette bereits 2022 offen angesprochen.

Wer in Basel ein Business-Hotel oder ein bestehendes Apartment-Konzept fuehrt, sollte die Preisgestaltung fuer laengere Aufenthalte pruefen, bevor Stayery eroeffnet. Die Betreiber punkten mit klaren Wochen- und Monatsraten und schlanken Kostenstrukturen. Nachfrage ist vorhanden, und neue Wettbewerber wollen sie abschoepfen.

Die eigentliche Kampfansage liegt in Stayerys Zielstaedte-Liste: Zuerich steht dort ebenfalls. Basel ist damit weniger Einzelfall als Testballon fuer eine breitere Deutschschweiz-Strategie. Betriebe an den grossen Wirtschaftsstandorten lesen den Basler Start besser als Vorlauf denn als Ausnahme.

Quellen

Beiträge aus der Redaktion von das Hotellerie.