Donnerstag, 24. September 2026
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Fanny Holzer-Luschnig wird COO der Schani Hotels Wien

Schani Hotels besetzen die seit zwei Jahren vakante COO-Position neu: Fanny Holzer-Luschnig, zuletzt bei The Hoxton Vienna, übernimmt die standortübergreifende operative Führung.

Housekeeping-Wagen mit Wäsche und Klemmbrett im Hotelflur, Mitarbeiterin von hinten prüft Liste
Symbolbild · KI-generiert

Ende September öffnet mit dem Hotel Schani Naschmarkt das sechste Haus der Wiener Schani Hotels: ein neunstöckiges Boutique-Hotel mit rund 90 Zimmern und Rooftop-Bar im obersten Stock. Zeitgleich übernimmt Fanny Holzer-Luschnig als Chief Operating Officer (COO, operative Geschäftsführerin) die standortübergreifende Verantwortung und füllt damit eine seit rund zwei Jahren vakante Position.

Was hinter der Ernennung steckt

Holzer-Luschnig verantwortet laut news.at künftig Qualitätsmanagement, Prozesse, die Zusammenarbeit zwischen den Standorten und die Umsetzung neuer Hotelkonzepte. Die Rolle ist nicht neu geschaffen, sondern wiederbesetzt. Fünf Jahre lang hatte Markus Marth den COO-Posten inne, bevor er 2023 zum Geschäftsführer aufstieg, wie tma-online berichtete. Seither war die operative Spitze unbesetzt.

Das Führungsteam besteht damit aus vier Personen: CEO und Co-Founder Benedikt Komarek, CFO und Co-Founder Alexander Komarek, Geschäftsführer Markus Marth und COO Holzer-Luschnig. Dass die Gruppe die Position zum Zeitpunkt der sechsten Eröffnung neu besetzt, passt zur Wachstumsphase. Wächst ein Betrieb von einem auf sechs Standorte, verschiebt sich die Managementaufgabe weg vom einzelnen Haus hin zu einheitlichen Standards über alle Standorte. Genau dieser Zuschnitt steckt in der Stellenbeschreibung.

Wer Fanny Holzer-Luschnig ist

Zu ihren Wiener Stationen zählen laut tophotel.de das Hotel Das Triest, das 25hours Hotel Wien, das Grätzlhotel, die Mottogroup und The Hoxton Vienna. Bei der Mottogroup war sie sieben Jahre tätig und verantwortete Hotelentwicklung, Design und operative Führung. Von 2021 bis Ende 2023 leitete sie das Hotel Motto als General Manager, danach wechselte sie als Culture Brand Manager zu The Hoxton Vienna und arbeitete zuletzt selbstständig in der Hotelentwicklung.

Der Bezug zum 25hours Wien reicht länger zurück: Laut meinbezirk.at hat sie den Erfolg des Hauses mit aufgebaut. Das Profil verbindet Entwicklung und operative Führung, nicht reine Betriebsleitung. Benedikt Komarek ordnet die Wahl so ein:

„Fanny kennt die Hotellerie aus wirklich allen Perspektiven und versteht gleichzeitig sehr genau, was ein Haus besonders macht. Genau diese Kombination brauchen wir für unsere nächste Entwicklungsphase.“

Holzer-Luschnig benennt den Zielkonflikt beim Skalieren einer Marke: „Wachstum ist spannend, aber besonders spannend wird es dann, wenn es gelingt, dabei Charakter, Qualität und echte Gastfreundschaft zu bewahren.“

Sechs Häuser in gut elf Jahren

Das erste Haus, das Hotel Schani Wien am Hauptbahnhof, ging laut hotelbau.de im April 2015 an den Start. Die Gründerfamilie Komarek steht in dritter Generation in der Wiener Hotellerie; das Stammhaus am Wilhelminenberg öffnete 1929. Aus ihm wurde nach der Übernahme im Juli 2023 das Bio-Hotel Schani Wienblick.

Beim Zubau setzt die Gruppe auf größere Formate. Das Hotel Schani UNO City zählt laut LinkedIn-Auftritt der Gruppe 202 Zimmer. Das im April 2026 eröffnete Hotel Schani City in der Großen Schiffgasse in Wien-Leopoldstadt bietet laut hotelbau.de 126 Zimmer, darunter auf Wunsch 27 koschere Zimmer, wie gast.at berichtete. Zum Portfolio gehören außerdem das Hotel Schani Salon und nun das Hotel Schani Naschmarkt. Die technisierten Konzepte der Häuser gehen aus der Zusammenarbeit mit der FutureHotel-Forschungsreihe des Fraunhofer IAO hervor.

Wie ambitioniert die Expansion angelegt war, zeigt eine Projektion aus dem Januar 2023: Damals nannte tma-online ein Wachstum von 159 auf 675 Zimmer und von 46 auf 172 Mitarbeitende. Die Zahl schloss einen München-Standort ein, der in den aktuellen Portfoliolisten nicht mehr auftaucht.

Einordnung: Wien wächst, die Marge nicht mit

Die Neubesetzung fällt in einen Markt, der bei den Übernachtungen boomt, bei den Erträgen aber unter Druck steht. Wien erreichte laut Christie & Co 2025 erstmals mehr als 20 Millionen Nächtigungen. Die durchschnittliche Zimmerrate (ADR, erzielter Durchschnittspreis pro verkauftem Zimmer) stieg von 107,2 Euro im Jahr 2019 auf 140,4 Euro, der RevPAR (Erlös pro verfügbarem Zimmer) von 84,3 auf 103,0 Euro. Gleichzeitig wuchs das Angebot: Wien verfügt laut CBRE über mehr als 40.900 Hotelzimmer, ein Plus von 20 Prozent seit 2019.

Für den einzelnen Betrieb heißt das mehr Wettbewerb um denselben Gast. Das österreichische Tourismusbarometer 2026 hält fest, dass 77 Prozent der Betriebe den Umsatz steigern konnten, sich bei fast jedem zweiten der Gewinn aber schlechter als der Umsatz entwickelte. Der ÖHV/STR-Benchmark zeigt für Wien im dritten Quartal 2025 einen rückläufigen RevPAR gegenüber dem Vorjahresquartal. Deutschland bleibt laut wien.info mit 3,54 Millionen Nächtigungen der wichtigste Quellmarkt der Stadt.

Wer wie die Schani Hotels von einem auf sechs Häuser wächst, kann die Marge nicht mehr allein über die Rate halten, wenn der Gesamtmarkt beim Ertrag stagniert. Der Hebel liegt dann bei Prozessen, standortübergreifendem Einkauf, Personaleinsatz und konsistenter Markenqualität über alle Häuser. Genau diese Themen stehen im Aufgabenprofil der neuen COO. Für Betreiber mit Expansionsplänen zeigt die Personalie ein Muster: Struktur folgt dem Wachstum und wird oft erst dann nachgezogen, wenn das nächste Haus bereits fest terminiert ist.

Quellen

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Beiträge aus der Redaktion von das Hotellerie.