Donnerstag, 24. September 2026
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Louise Bates übernimmt Tui Blue – Konzept vor Expansion

Zum 1. Oktober 2026 wird Louise Bates Geschäftsführerin der Tui Blue Hotel Betriebsgesellschaft. Artur Gerber verlässt den Konzern nach elf Jahren auf eigenen Wunsch.

Frau von hinten über aufgeschlagenes Hotelkonzept-Handbuch gebeugt, Back-Office, Neonlicht
Symbolbild · KI-generiert

Zum 1. Oktober 2026 übernimmt Louise Bates die Geschäftsführung der Tui Blue Hotel Betriebsgesellschaft. Sie folgt auf Artur Gerber (61), der nach elf Jahren im Konzern auf eigenen Wunsch geht und Tui künftig als Berater verbunden bleibt.

Bislang verantwortete Bates als Director Brand & Products den Bereich Marke und Produkte bei Tui Hotels & Resorts, wie tophotel.de berichtet. Sie kommt aus dem eigenen Haus – ein Signal für Kontinuität an der Spitze der größten Hotelmarke des Konzerns.

Der Wechsel im Detail und die neue Doppelspitze

Bates führt die Hotel-Tochter gemeinsam mit Bernd Mäser. Mäser ist laut tip-online.at seit dem 1. Mai 2026 CEO von Tui Hotels & Resorts, jener übergeordneten Gesellschaft, die die konzerneigenen Hotel- und Clubmarken Robinson, Tui Magic Life, Tui Blue und The Mora steuert.

Vor dem Wechsel war die Geschäftsführung der Betriebsgesellschaft anders zugeschnitten. Ein Impressum aus 2025 nennt Artur Gerber als Spokesman der Managing Directors, daneben Bernd Mäser und Jano Martin. Mäser kam aus dem Clubgeschäft: Er leitete gemeinsam mit Thomas Meyer die Marken Robinson und Tui Magic Life, bevor er die Konzern-Hotelsparte übernahm. Mit Bates verankert der Konzern Produkt- und Markenkompetenz auf oberster Ebene.

Wer Louise Bates ist

Bates ist ein Konzern-Gewächs. Ihre Tui-Laufbahn begann laut Unternehmenswebsite 1997. Nach Stationen bei Tui UK in Product & Marketing, Overseas Operations und Merger Integration wechselte sie zu Tui Travel und arbeitete für Group Purchasing sowie Hotel Concepts. Zuletzt verantwortete sie Marke und Produkt bei Tui Hotels & Resorts. Sie lebt in London und arbeitet aus dem britischen Headquarter.

Fachlich profilierte sich Bates über das Produkt. Nach Unternehmensangaben entwickelte sie die Hotelkonzepte Tui Sensatori und Tui Sensimar und ist mit internationalen Hotelpartnern vernetzt, wie hotelvor9.de berichtet. Zum zehnjährigen Bestehen von Tui Blue formulierte sie den Wandel der Gästeerwartungen so:

„2016 war Veganismus noch eine Nische, WLAN im Ausland war oft unzuverlässig – und kostete extra.“

Ihr Schwerpunkt liegt näher an Konzept und Marke als am reinen Deal-Making. Genau hier liegt der Unterschied zu ihrem Vorgänger, dessen Handschrift vor allem die geografische Expansion trug.

Was Gerber hinterlässt

Tui Blue startete 2016 und feiert 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Laut tuigroup.com wuchs die Marke seither zur größten Hotelmarke des Konzerns. Zu den Zahlen gibt es unterschiedliche Angaben: In einer Mitteilung sprach Gerber von „mehr als 100 Hotels in 24 Ländern“, an anderer Stelle nennt der Konzern „mehr als 90 Hotels“ mit Fokus auf Asien, Nahost und Afrika.

Gerbers Meilensteine benennt tip-online.at: der Markteintritt in China und der Ausbau des dortigen Geschäfts, der Aufbau neuer Hotel-Cluster in Afrika sowie die Beteiligung an der Luxusmarke The Mora. Deren erstes Haus, The Mora Zanzibar mit 250 Zimmern, eröffnete im Juni 2024; ein zweites folgte im November 2025 in Tunesien, das dritte soll im September 2026 in Singapur öffnen. Für die kommenden Jahre plant Tui Blue laut Konzern mehr als 40 weitere Hotels und setzt dabei stark auf Management- und Franchiseverträge, also skalierbare Wachstumsmodelle ohne Eigenkapitalbindung.

Vorgeschichte: die zweite Neubesetzung an der Hotelspitze binnen zwei Jahren

Der Wechsel steht nicht isoliert. Zum Jahresbeginn 2024 verließ Erik Friemuth den Konzern, damals Managing Director Tui Hotels & Resorts und CMO der Tui Group, um eine CEO-Aufgabe bei einem anderen Unternehmen zu übernehmen, wie touristik-aktuell.de berichtet. Friemuth hatte seit 2017 zusätzlich Robinson, Tui Magic Life und Tui Blue geführt. Tui-CEO Sebastian Ebel nannte ihn einen „key driver“ beim Ausbau des Hotelgeschäfts und der Entwicklung der Marke Tui Blue. In der Folge übernahm Mäser die Clubmarken, jetzt rückt mit Bates die Produktseite nach.

Was das für die Branche heißt

Für den Alltag eines DACH-Hotelbetriebs ist Tui Blue kein direkter Wettbewerber im Massengeschäft, dazu ist die Präsenz zu dünn. In Deutschland betreibt die Marke laut hotelvor9.de nur ein Haus auf Sylt, in Österreich gibt es einzelne Standorte. Relevanter ist das Signal des Konzerns: Tui priorisiert das margenstarke Hotelgeschäft. Die Sparte Hotels & Resorts erzielte laut tuigroup.com im Geschäftsjahr 2025 ein Rekord-EBIT von 759 Millionen Euro. Wer verdient, expandiert – und das ist die Hotelseite.

Für Betreiber und Eigentümer, die über Management- oder Franchiseverträge nachdenken, ist die Botschaft konkret: Tui sucht weiter Partner. Über 70 Hotels stehen in der Konzern-Pipeline. Dass die neue Doppelspitze mit Bates jemanden ins Boot holt, der Konzepte und Marke prägt, deutet darauf hin, dass die nächste Wachstumsphase weniger über neue Länderflaggen läuft als über die Schärfung des Produkts in bestehenden Märkten. Für Hotelpartner bedeutet das im Zweifel klarere Markenstandards und weniger Spielraum bei der operativen Gestaltung, dafür ein verlässlicheres Vertriebsversprechen über die Tui-Distribution mit ihren 34,7 Millionen Gästen. Einen harten Bruch gibt es nicht: Gerber bleibt beratend an Bord, Mäser führt weiter, und Bates kennt das System seit fast drei Jahrzehnten.

Quellen

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Beiträge aus der Redaktion von das Hotellerie.