World’s 50 Best 2026: Sacher und Badrutt’s Palace aus der Liste gefallen
Sacher Wien (2025: Rang 49) und Badrutt's Palace (2025: Rang 52) tauchen in der veröffentlichten Erweiterungsliste 51–100 der World's 50 Best Hotels 2026 nicht auf. Die Top 50 folgen am 15. September in Paris.

Auf den Plätzen 51 bis 100 der „The World’s 50 Best Hotels 2026″ steht kein Haus aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Der einzige regionale Anknüpfungspunkt liegt in Südtirol: Das Forestis Dolomites bei Brixen steigt auf Rang 68 neu ein – juristisch ein italienisches Haus. Im Vorjahr waren mit dem Sacher Wien (Rang 49) und Badrutt’s Palace (Rang 52) noch zwei Häuser der Region gelistet.
Die Top 50 werden am 15. September in Paris bekanntgegeben. Ob Wien oder St. Moritz zurückkehren oder erstmals ein deutsches Haus den Sprung schafft, entscheidet sich erst dort, wie tophotel.de berichtet. In der Hauptliste war bislang kein deutsches Hotel vertreten.
Was die Vorabliste zeigt – und wer fehlt
Die erweiterte Rangliste umfasst laut Betreiber 23 Territorien und 40 Städte. Aus dem deutschsprachigen Raum ist niemand darunter. Das Forestis Dolomites, gelegen auf rund 1.800 Metern am Monte Plose oberhalb von Brixen, bleibt der einzige regionale Bezug. Das Haus mit 62 Zimmern und Suiten, Mitglied der Small Luxury Hotels of the World, führt die Organisation als einen der höchsten Neueinsteiger. Die Preise beginnen bei rund 660 Euro pro Zimmer inklusive Halbpension.
Die Plätze 51 bis 100 sind kein Trostpreis, sondern Teil desselben Bewertungsverfahrens wie die Top 50. Wer hier fehlt, taucht in der Regel auch oben nicht auf. Offen bleibt allein, ob Österreich oder die Schweiz es direkt in die vorderen 50 geschafft haben, ohne in der erweiterten Liste aufzutauchen.
Asien und Italien setzen die Maßstäbe
Laut Euronews stellt Asien mit 20 Häusern die meisten Objekte, gefolgt von Europa mit 16. Japan ist mit sieben Hotels präsent, darunter das Janu Tokyo (Rang 52), das Park Hyatt Tokyo (Rang 53) und das Hotel The Mitsui in Kyoto (Rang 79). An der Spitze der erweiterten Liste steht das La Réserve Paris, das als Wiedereinsteiger Rang 51 erreicht.
Innerhalb Europas dominiert Italien mit neun der 16 Häuser. Zu den italienischen Neueinsteigern zählen laut Pressemitteilung des Veranstalters das Il San Pietro di Positano (Rang 58), Castiglion del Bosco in Montalcino (Rang 62) und das Orient Express La Minerva in Rom (Rang 66). Frankreich brachte neben La Réserve mit dem Ritz Paris (Rang 72) und dem Carlton Cannes (Rang 80) weitere Neuzugänge.
Faye Huggett vom Veranstalter ordnet die erweiterte Liste so ein:
„Diese erweiterte 51-100-Liste weitet das Scheinwerferlicht auf eine bemerkenswerte Gemeinschaft von Häusern und die leidenschaftlichen Menschen aus, die sie zum Leben erwecken.“
2025 waren sie noch da – der Rückschritt in Zahlen
Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt den Bruch. Das Hotel Sacher Wien stand 2025 auf Rang 49 – als einziges Haus aus dem deutschsprachigen Raum in den Top 50 und laut Sacher-Mitteilung erstmals überhaupt. Die Schweiz war durch Badrutt’s Palace in St. Moritz auf Rang 52 vertreten. Beide fehlen 2026 auf den bisher veröffentlichten Rängen.
Auch außerhalb von DACH bewegt sich das Feld. Mehrere Häuser aus den Top 50 des Vorjahres rutschen in die erweiterte Liste ab: Das Janu Tokyo fällt von Rang 37 auf 52, das Mandapa auf Bali von 50 auf 61, das Mandarin Oriental Hong Kong von 41 auf 59. Die erweiterte Liste selbst ist jung. Laut Hospitality Net führte sie der Veranstalter erst 2025 ein, damals mit 24 Territorien.
Wie das Ranking zustande kommt
Hinter dem Ergebnis steht ein Wählerpool, den Luxury Travel Advisor auf mehr als 800 anonyme Mitglieder der Academy beziffert: Hoteliers, Reisejournalisten, Dozenten und Luxusreisende, verteilt auf 13 Regionen. Jeder Wähler vergibt sieben gereihte Stimmen für Häuser, die er innerhalb eines dreijährigen Zeitraums selbst besucht hat. Mindestens ein Viertel des Panels wird jährlich ausgetauscht. Deloitte prüft das Verfahren unabhängig.
Seit dem 9. September firmiert die Marke unter dem neuen Namen „The 50″, laut Class Bar Magazine die erste Namensänderung seit dem Start der Restaurantliste 2002. An der Methodik ändere sich nichts, betont der Veranstalter in seinem FAQ: „Dies ist eine Weiterentwicklung der Marke und keine Änderung des Rankings selbst.“
Was das für die DACH-Hotellerie heißt
Das Ranking ist kein reines Prestigethema. Für Häuser im obersten Preissegment ist es ein Vertriebskanal in den internationalen Luxusreisemarkt, in dem Reiseberater und wohlhabende Individualgäste ihre Buchungsentscheidungen mit ausrichten. Wer aus der Sichtbarkeit fällt, verliert einen Teil der globalen Aufmerksamkeit, auch wenn die eigene Auslastung stabil bleibt.
Und stabil ist sie. Das Upper-Upscale- und Luxussegment entwickelte sich laut Analysen in Hotel Inside zuletzt überdurchschnittlich. In Wien lag der RevPAR – Umsatz pro verfügbarem Zimmer – laut CBRE 2025 bei rund 87 Euro, bei einer ADR – Durchschnittsrate pro verkauftem Zimmer – von 123 Euro. WienTourismus-Chef Norbert Kettner führt den überproportionalen RevPAR-Anstieg unter anderem auf die temporäre Schließung einzelner Luxushäuser und das dadurch verknappte Angebot zurück. In Deutschland gab der Netto-Zimmerpreis laut IHA 2025 um 2,8 Prozent auf 109 Euro nach.
Für den einzelnen Betrieb heißt das: Ranking-Präsenz und betriebswirtschaftliche Performance laufen auseinander. Ein Haus kann volle Zimmer und steigende Raten haben und international trotzdem unsichtbar bleiben. Wer im globalen Luxussegment mitspielen will, muss die Kriterien dieser Panels aktiv bearbeiten, über konsequente Gästeführung, mediale Präsenz und internationale Vernetzung. Dass die Region parallel eigene Formate wie „Die 101 besten Hotels DACH“ pflegt, 2026 gewonnen unter anderem vom Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg und dem Sacher Wien, zeigt: Ein starkes regionales Renommee ersetzt die globale Bühne nicht.
Quellen
- tophotel.de – World’s 50 Best: DACH-Häuser fehlen in erweiterter Liste
- PRNewswire – The World’s 50 Best Hotels 2026: 51-100 Extended List
- Newswire.ca – World’s 50 Best Hotels 2026, Extended List Europe/Italy
- Euronews – World’s 50 Best Hotels 2026 extended list revealed
- Luxury Travel Advisor – Voting process and 51-100 list breakdown
- AOL/PRNewswire – La Réserve Paris leads extended list
- Hospitality Net – First-ever extended 51-100 list (2025)
- Class Bar Magazine – 50 Best rebrands to „The 50″
- Restaurant Online – 50 Best brand history and rebrand
- The 50 – FAQ zum Rebrand und zur Methodik
- MICHELIN Guide – Forestis Dolomites, Brixen
- StaySomeDays – Forestis Dolomites, Ausstattung und Lage
- Hideaways Hotels – Forestis Dolomites, Preise und Suiten
- Hotel Sacher Wien – Pressemitteilung World’s 50 Best 2025
- Leading Hotels of the World – Badrutt’s Palace, Rang 52 (2025)
- Hotel Inside – DACH-Marktzahlen, RevPAR und Luxussegment 2025/2026
- T.A.I. – Norbert Kettner zum Wiener RevPAR
- dasHotellerie – Übernachtungszahlen Deutschland 2025
- Leadersnet – Die 101 besten Hotels DACH 2026


