Wyndham konvertiert 146-Zimmer-Haus in Frankfurt-Niederrad
Wyndham bringt seine Kernmarke erstmals nach Frankfurt: 146 Zimmer in Niederrad, Betreiber Windmill Niederrad GmbH, Renovierung während des laufenden Betriebs.

146 Zimmer, Herriotstraße 2 in Frankfurt-Niederrad: Wyndham bringt seine namensgebende Kernmarke erstmals nach Frankfurt am Main. Kein Neubau, sondern die Umflaggung eines bestehenden Vier-Sterne-Hauses. Betreiber ist die Windmill Niederrad GmbH, neuer Franchisepartner von Wyndham in der DACH-Region.
Der Fall zeigt, wie ein internationaler Konzern Marktpräsenz aufbaut, ohne selbst zu bauen. Niederrad liefert die Antwort im Kleinen, Wyndhams Deutschland-Strategie im Großen.
Was in Niederrad passiert
Laut Tophotel verfügt das sechsstöckige Gebäude über 146 Zimmer in Queen- und King-Kategorien, darunter Suiten und ein barrierefreies Zimmer. Für Tagungen stehen drei Räume bereit, die größte Fläche misst 159 Quadratmeter. Wyndhams eigene Buchungsseite verortet das Haus acht Kilometer von Innenstadt und Flughafen FRA entfernt, mitten im Lyoner Quartier, der ehemaligen Bürostadt Niederrad.
Es handelt sich um ein Rebranding, nicht um eine Neueröffnung. Für die kommenden 18 Monate ist laut HOGAPAGE und Tophotel eine Renovierung während des laufenden Betriebs vorgesehen. Eine Investitionssumme nennen die Meldungen nicht.
Managing Director der Windmill Niederrad GmbH ist Ramakkagari Manmath Reddy. Laut Wirtschaftsdatenbank Implisense wurde die Gesellschaft 2019 gegründet und zählte 2023 rund 18 Mitarbeiter. Reddy zur Partnerschaft:
„Durch die weltweit bekannte Kernmarke, den hohen Qualitätsanspruch und die internationale Reichweite ist Wyndham bestens positioniert, um das Hotel international zu vermarkten. Dank der strategischen Lage nahe des Frankfurter Flughafens und der Innenstadt spricht das Hotel eine breite Zielgruppe aus Touristen, Geschäftsreisenden und Firmenkunden an“, so Reddy laut HOGAPAGE.
Vom DoubleTree zum Wyndham
Das Objekt hat eine Vorgeschichte, die die Wyndham-Mitteilung nicht erwähnt. Über die identische Adresse, Zimmerzahl und Stockwerksangabe lässt sich rekonstruieren, dass das Haus zuvor als DoubleTree by Hilton Frankfurt Niederrad firmierte. Ein Bewertungsportal und Buchungsseiten führen unter Herriotstraße 2 ein Haus dieser Marke mit 146 Zimmern. Wyndham benennt die Vormarke nicht, Gründe für den Ausstieg der Hilton-Marke liegen nicht belegt vor.
Auch beim Betreiber gab es einen Wechsel. Laut Creditreform schied im April 2025 der bisherige Geschäftsführer Simon Gerrit Spaans aus, Reddy übernahm. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Schweinfurt unter HRB 8492 eingetragen.
Einordnung: Wyndhams Deutschland-Muster
Für den DACH-Markt ist der Fall als Blaupause interessant. Wyndham ist mit rund 8.400 Hotels und mehr als 873.000 Zimmern laut Tophotel das größte Hotel-Franchise-Unternehmen der Welt, mit Schwerpunkt im Economy- und Midscale-Bereich. Die Kernmarke im gehobenen Segment ist in Europa gemeinsam mit Wyndham Grand und Wyndham Garden mit mehr als 200 Hotels in 16 Ländern vertreten, wie HOGAPAGE berichtet.
In Frankfurt war der Konzern längst präsent, nur nicht mit der Kernmarke. Gegenüber Terminal 3 entsteht laut Stadt Frankfurt ein Super 8 by Wyndham mit 288 Zimmern, Eröffnung 2026. Das Wachstum läuft über Franchise und Konvertierung, nicht über Eigeninvestition. Im Februar 2025 folgte der Deal mit der HR Group über 25 Stadthotels in Deutschland, Österreich und den Niederlanden für die Marken Trademark Collection und Vienna House Easy. Im März 2026 kündigte Wyndham auf der Branchenmesse IHIF in Berlin ein Ramada Encore mit 208 Zimmern sowie 160 Serviced Apartments in Reinickendorf an, Eröffnung 2028.
Dimitris Manikis, President EMEA bei Wyndham, zum Frankfurt-Schritt:
„Mit dem Wyndham Frankfurt Niederrad bringen wir unsere Kernmarke erstmals in die Metropol-Region und bauen unsere Deutschland-Präsenz gemeinsam mit einem starken neuen Franchise-Partner weiter aus“, sagt Manikis laut HOGAPAGE.
Für den einzelnen Betrieb heißt das: Der Wettbewerb um Fahnen wird intensiver. Ketten wie Wyndham suchen gezielt Bestandshäuser, deren Betreiber Reichweite über OTA (Online-Reisebüros) hinaus und internationale Distribution wollen, ohne die Investitionskraft für einen Neubau. RevPAR (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) und Auslastung entscheiden, ob eine Konvertierung rechnet. Die Frankfurter Zahlen sind zweischneidig. 2024 erreichte die Stadt laut Christie & Co mit 11,1 Millionen Übernachtungen einen Höchststand, der RevPAR stieg um 8,5 Prozent. 2025 kippte das Bild: Laut Hotel vor9 entwickelte sich Frankfurt innerhalb der Big Seven schwächer als München oder Köln.
Bundesweit gab der Netto-Zimmerpreis 2025 laut IHA-Branchenreport um 2,8 Prozent auf 109 Euro nach, der RevPAR sank auf 74 Euro, wie dasHotellerie berichtet. In einem Markt mit Preisdruck ist eine starke Marke plus Renovierung ein Hebel, um Preise zu verteidigen. Wer selbst über eine Umflaggung nachdenkt, findet in Niederrad das Modell: Bestand statt Neubau, Franchisegebühr statt Baukredit, internationale Buchungsmaschine statt Alleingang im Preiskampf. Der Standort Bürostadt bleibt die offene Flanke, ein Quartier, das stark von Geschäfts- und Firmenreisen lebt.
Quellen
- ahgz – Expansion: Wyndham bringt seine Kernmarke nach Frankfurt
- HOGAPAGE – Wyndham bringt Kernmarke nach Frankfurt Niederrad
- Tophotel – Wyndham Frankfurt Niederrad
- Wyndham Hotels & Resorts – Wyndham Frankfurt Niederrad
- Implisense – Windmill Niederrad GmbH
- Creditreform – Windmill Niederrad GmbH, Registerbekanntmachung
- Northdata – Windmill Niederrad GmbH, State Aid
- Yelp – DoubleTree by Hilton Frankfurt Niederrad
- Stadt Frankfurt – Hotelprojekte / Super 8 by Wyndham
- Konii – Wyndham Ramada Encore & Residences Berlin
- Christie & Co – Frankfurt Snapshot / Hotelmarkt Deutschland
- Hotel vor9 – Big-7-Hotelmärkte 2025
- dasHotellerie – IHA-Branchenreport Hotelmarkt Deutschland 2026
Quelle: Originalmeldung


