Donnerstag, 24. September 2026
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Sebastian Assmus übernimmt MABG-Führung von Bernd Riegger

Bernd Riegger gibt nach 27 Jahren die Führung von Mitchells & Butlers Germany ab. Nachfolger Sebastian Assmus, 60, ist seit 1997 im Unternehmen.

Person im Alex-Restaurant prüft vor Öffnung Unterlagen an der Bar, Stühle teils noch hochgestellt
Symbolbild · KI-generiert

Zum 1. Oktober 2026 übernimmt Sebastian Assmus, 60, die Geschäftsführung von Mitchells & Butlers Germany (MABG) mit Sitz in Wiesbaden. Er folgt auf Bernd Riegger, der nach 27 Jahren an der Spitze abtritt und dem Unternehmen beratend verbunden bleibt. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der die Alex-Gruppe erneut in neue Standorte investiert.

Riegger prägte die deutsche Gastro-Gruppe hinter den Marken Alex, Brasserie und Miller & Carter fast drei Jahrzehnte lang. Seine Führungsmannschaft blieb über Jahre nahezu unverändert. Das macht die Übergabe zur Fortsetzung statt zum Bruch.

Der Wechsel in Zahlen und Personen

Assmus ist kein externer Neustart. Bereits während seines Jurastudiums an der Universität Bielefeld arbeitete er als Servicemitarbeiter und Schichtleiter in Betrieben der Alex-Gruppe. 1997 trat er als Justiziar ein und leitete Recht und Personal, 2001 wurde er stellvertretender Geschäftsführer, ab 2003 verantwortete er Operations, seit 2008 zusätzlich Bau und Instandhaltung.

Riegger begleitet den Übergang. In der Meldung ordnet er den Schritt so ein:

„Nach fast fünf Jahrzehnten im Unternehmen ist für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, die operative Verantwortung in jüngere Hände zu geben.“

Die „fast fünf Jahrzehnte“ und die „27 Jahre“ lassen sich auflösen: Laut food-service.de begann Riegger im Juli 1977 im Konzern, damals als Food & Beverage Manager im Holiday Inn Sharjah. Für Deutschland ist er seit 1999 verantwortlich, das ergibt 27 Jahre.

Hinter MABG steht die britische Mitchells & Butlers plc, notiert an der Londoner Börse und Bestandteil des FTSE 250 (Index der 250 nach Marktkapitalisierung mittelgroßen börsennotierten Unternehmen Großbritanniens). Der Konzern kam laut Wikipedia im Geschäftsjahr 2025 auf 2,711 Milliarden Pfund Umsatz und betreibt rund 1.784 Restaurants und Pubs.

Ein Kopf, ein Aufbau: wie aus 19 Betrieben eine Kette wurde

Der Startpunkt lag 1999. Laut hotelier.de und einem Unternehmensportrait des SvdH gründete sich die MABG mit der Übernahme von 19 Alex-Betrieben, davon acht Franchise-Standorte. Bis dahin beschränkte sich das gastronomische Engagement des Konzerns auf den britischen Heimatmarkt. Mit dem deutschen Kauf sprang die Gruppe in die Charts der 50 größten Systemgastronomie-Unternehmen Deutschlands.

Der Markenursprung reicht weiter zurück. Laut hotelier.de eröffnete das erste Alex 1989 in Oldenburg. Zum genauen Gründungsjahr und -ort weichen die Quellenangaben ab, deshalb ist dieser Punkt mit Vorbehalt zu lesen.

Riegger war die Konstante. Nach Stationen in Asien kehrte er laut food-service.de 1995 in den deutschen Markt zurück und trieb ab 1999 den Aufbau des Ganztages-Gastrokonzepts voran. Die siebenköpfige Führungsmannschaft blieb seit 1999 nahezu unverändert, Assmus gehörte von Beginn an dazu. Riegger betont diese Nähe:

„Mit Sebastian Assmus übergebe ich die Verantwortung an einen Kollegen, mit dem ich seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll zusammenarbeite und der unser Unternehmen, unsere Marken und unsere Kultur von Grund auf kennt.“

Die Umsatzkurve: Wachstum, Corona-Einschnitt, Erholung

Die Zahlenreihe belegt, worauf der Aufbau fußte. Laut openpr.de erwirtschaftete die Gruppe 2010 mit rund 1.300 Mitarbeitern 67,8 Millionen Euro. 2015 waren es laut pregas.de 101,4 Millionen Euro bei 44 Betrieben und 1.895 Mitarbeitern. 2018 stieg der Umsatz laut lifepr.de und food-service.de auf 113,2 Millionen Euro, die Belegschaft auf 2.038.

2020 brach der Umsatz laut tageskarte.io um knapp 39 Prozent ein, von 105,7 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 76,8 Millionen. Für 2022 meldet hogapage.de 141,6 Millionen Euro, ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber 2019. Dem standen vier Schließungen teils unprofitabler Alex-Standorte in Berlin, Bielefeld, Bremen und Heilbronn gegenüber, denen nur eine Neueröffnung folgte, die Brasserie im MyZeil Frankfurt.

Das Wachstum kam nicht über eine Filialexplosion. Die Betriebszahl bewegte sich über Jahre zwischen 43 und 46. Riegger hat diese Linie mehrfach begründet. Zum Expansionswettlauf sagte er laut food-service.de: „Aber wir haben uns ganz bewusst gegen diesen Expansionswettlauf entschieden.“ Und laut tageskarte.io: „Nur was wirkliche Profitabilität verspricht, wird umgesetzt.“

Der Kurs setzt sich fort. In Stuttgart zog 2025 ein zweites Miller & Carter Steakhouse in die Calwer Straße ein. In Hamburg startete laut hotelier.de am 29. Januar das „Alex am Rothenbaum“, nachdem der Alsterpavillon geschlossen wurde. In Augsburg eröffnete laut food-service.de mit rund 1,7 Millionen Euro Investition der 43. deutsche Betrieb. In Dortmund verlängerte die Gruppe den Mietvertrag am Ostenhellweg um 15 Jahre und investierte laut hotelier.de rund 2,1 Millionen Euro aus eigenem Cashflow.

Was das für die Branche heißt

Für Betreiber im DACH-Raum ist die interne Nachfolge das eigentliche Signal. Eine Kette, die drei Jahrzehnte von einer stabilen Mannschaft geführt wurde, gibt die operative Verantwortung an jemanden weiter, der Bau, Operations sowie Recht und Personal aus eigener Hand kennt. Das senkt das Risiko im Tagesgeschäft: Lieferanten, Vermieter und Standortpartner arbeiten mit einem Gegenüber weiter, das dieselbe Handschrift trägt.

Interessanter ist die Spannung zwischen Rieggers profitabilitätsgetriebener Zurückhaltung und dem angekündigten Wachstumsfokus. Wer selbst über Expansion nachdenkt, findet in der Alex-Historie ein belastbares Muster: Umsatzwachstum entstand über den Umsatz pro Betrieb und über Standort-Requalifizierung, nicht über die Zahl der Einheiten. Schwache Standorte wurden geschlossen, Cashflow floss in Umbauten wie das „Urban Living“-Interieur in Dortmund. Ob Assmus dieses vorsichtige Tempo hält oder das Steakhouse-Format Miller & Carter stärker ausrollt, entscheidet über die künftige Kostenstruktur. Rieggers eigene Bedingung dafür steht im Raum: „vorausgesetzt wir erhalten vernünftige Angebote für attraktive Lagen“.

Quellen

Quelle: Originalmeldung

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